9. September 2026 | 09:32 Uhr
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Fosun will Club Med erneut an die Börse bringen

Club Med will mit einem Börsengang in Hongkong Kapital für die Expansion mobilisieren. Bis 2030 soll das Netz von 69 auf rund 85 Resorts wachsen, zugleich setzt das Unternehmen auf Premiumangebote und ein kapitalarmes Betreibermodell.

Club Med Seychellen Foto Club Med

Club Med, hier eine Anlage auf den Seychellen, soll mit Hilfe eines Börsengangs weiter wachsen

Der chinesische Konzern Fosun hat für die Club Med Lifestyle Group einen Börsengang in Hongkong beantragt. Dieser könnte nach Erwartungen des Unternehmens mehr als 500 Millionen Dollar einbringen. Der chinesische Mutterkonzern will auch nach der Platzierung die Kontrolle über Club Med behalten.

Das Geld soll vor allem weiteres Wachstum ermöglichen. Club Med betreibt derzeit 69 Resorts in 40 Ländern und Regionen und will das Netz bis 2030 auf rund 85 Häuser ausbauen. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen unter anderem in den Alpen, im Mittelmeerraum, in Asien, Amerika und im Nahen Osten.

Expansion mit wenig eigenem Immobilienkapital

Dabei setzt Club Med stark auf ein sogenanntes Asset-light-Modell. Der Großteil der Resorts soll gemietet statt selbst besessen werden. Neue Standorte sollen außerdem über Management-Modelle und sogenannte Cultural-Tourism Complexes entstehen. Damit könne Club Med expandieren, ohne für jedes neue Haus hohe Summen in Immobilien zu investieren, berichtet das US-Portal Skift.

Ein Teil der Mittel aus dem Börsengang soll zudem in digitale Anwendungen und künstliche Intelligenz fließen. Weitere Gelder sind für die Optimierung der Kapitalstruktur und den laufenden Betrieb vorgesehen.

Premiumstrategie bringt noch keinen Wachstumsschub

Club Med hat das Angebot in den vergangenen Jahren konsequent höher positioniert. Dazu gehören neben Unterkünften auch umfangreiche All-inclusive-Leistungen wie Aktivitäten, Transfers und Kinderbetreuung. Diese Aufwertung verursacht allerdings zusätzliche Kosten.

2025 stieg der Umsatz lediglich um 1,3 Prozent, im ersten Halbjahr 2026 stagnierte er. Zugleich sank das operative Ergebnis von 181 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 160 Millionen Euro 2025. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Club Med einen Nettogewinn von 57 Millionen Euro.

Auch bei der Profitabilität besteht Abstand zu großen internationalen Hotelkonzernen. Der operative Ertrag von Club Med habe 2025 gemessen am Umsatz bei rund 20 Prozent gelegen, die Hotelkette Hilton habe etwa 30 Prozent erreicht, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Fosun versucht Club Med erneut an der Börse

Für das Mutterunternehmen Fosun ist der Schritt an die Börse auch finanzstrategisch bemerkenswert. Der Konzern hatte die gesamte Fosun Tourism Group, zu der Club Med gehört, erst 2025 für rund 1,2 Milliarden Dollar von der Börse genommen. Das entsprach etwa der Hälfte ihrer Bewertung beim Börsengang 2018. Nun soll Club Med allein wieder an die Börse.

Christian Schmicke

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