Lufthansa droht Engpass bei Piloten und Kapitänen
Lufthansa droht in den kommenden Jahren ein Personalengpass im Cockpit. Hunderte Piloten erreichen das Rentenalter, zugleich werden deutlich weniger Kapitäne ausgebildet als vor der Pandemie. Besonders die Zukunft der Kernmarke Lufthansa Classic spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Lufthansa Group
Im Cockpit von Lufthansa und City Airlines könnte schon bald Personalmangel herrschen
Mehr als 1.000 Piloten im Konzerntarifvertrag von Lufthansa Classic und Lufthansa Cargo seien bereits älter als 55 Jahre, die meisten davon Kapitäne, berichtet das Handelsblatt (Abo). Nach Berechnungen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit würden allein zwischen 2029 und 2034 rund 740 Flugzeugführer altersbedingt ausscheiden. Für dieses und das kommende Jahr nennt die Gewerkschaft rund 300 Abgänge.
Gleichzeitig stockt der Nachschub. In den vergangenen Jahren seien im Schnitt nur etwa 78 Kapitänsanwärter jährlich geschult, worden, so das Handelsblatt. Vor der Pandemie seien es in Spitzenjahren rund 150. Lufthansa selbst rechnet nach Informationen der Zeitung mit etwa 100 Piloten, die die Kernmarke pro Jahr verlassen.
Auch City Airlines braucht Nachwuchs
Das Problem beschränkt sich offenbar nicht auf Lufthansa Classic. Lufthansa City Airlines soll im Schnitt jeden Monat ein weiteres Flugzeug erhalten. Für jedes werden fünf Kapitäne und fünf Co-Piloten benötigt. Ein Wechsel aus dem besser vergüteten Konzerntarifvertrag in andere Flugbetriebe der Gruppe ist jedoch wenig attraktiv und tariflich nicht einfach möglich.
Management und Piloten setzen deshalb auf das kürzlich vereinbarte Moderationsverfahren. Bis zu dessen Abschluss soll die Flotte von Lufthansa Classic nicht weiter schrumpfen. Konzernchef Carsten Spohr stellte weiteres Wachstum der Kernmarke jüngst allerdings unter die Bedingung sinkender Kosten.