4. August 2026 | 14:17 Uhr
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Kerosinkosten drücken den Gewinn von Lufthansa

Die Lufthansa Group hat im zweiten Quartal mehr umgesetzt, aber deutlich weniger verdient. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis sank von 870 auf 383 Millionen Euro. Rund 750 Millionen Euro höhere Treibstoffkosten und Streikfolgen belasteten die Bilanz.

Lufthansa

Der Umsatz steigt, der Ertrag sinkt. Auch die Lufthansa Group leidet unter hohen Treibstroffkosten

Die Fluggesellschaften der Gruppe profitierten nach eigener Aussage von einer hohen Nachfrage und steigenden Durchschnittserlösen. Besonders gefragt seien Premiumangebote und Verbindungen nach Asien gewesen. Dort hätten die Durchschnittserlöse mehr als 13 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.

Die Netzwerk-Airlines boten im zweiten Quartal drei Prozent weniger Kapazität an. Gründe waren sechs Streiktage im April und die Neuordnung des Kurzstreckenverkehrs einschließlich der Herausnahme des Cityline-Flugbetriebs. Dennoch stieg die Auslastung leicht auf 81,6 Prozent.

Treibstoff und Streiks belasten das Ergebnis

Die höheren Erlöse konnten die Kostensteigerungen allerdings nicht auffangen. Allein bei den Netzwerk-Airlines verteuerte sich der Treibstoff gegenüber dem Vorjahr um mehr als 600 Millionen Euro. Hinzu kamen nach Konzernangaben mindestens 150 Millionen Euro Belastungen durch Streiks.

Das bereinigte operative Ergebnis der Netzwerk-Airlines sank um 490 Millionen auf 137 Millionen Euro. Darin enthalten ist ein um 108 Millionen Euro niedrigeres Beteiligungsergebnis, das die Lufthansa vor allem auf negative Währungseffekte bei Leasingverbindlichkeiten von ITA Airways zurückführt.

Eurowings reduzierte das Angebot, und zwar um sechs Prozent. Wegen des Konflikts im Nahen Osten strich die Airline Verbindungen in die Golfregion und setzte stattdessen zusätzliche Flüge in die Mittelmeerregion ein.

Das Ergebnis der Punkt-zu-Punkt-Airlines fiel von plus 64 auf minus 37 Millionen Euro. Neben den um 71 Millionen Euro gestiegenen Treibstoffkosten belasteten höhere Ausgaben für Wartung, Gebühren, Catering und Personal. Auch das Beteiligungsergebnis von Sune Epress ging wegen schwächerer Nachfrage auf Türkei-Strecken zurück.

Kürzere Buchungszyklen erschweren den Ausblick

Für das Gesamtjahr rechnet die Lufthansa nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Die Spanne soll die schwankenden Kerosinpreise und die kürzeren Buchungszyklen berücksichtigen. Die Kapazität dürfte auf Vorjahresniveau liegen.