Nicko schickt Vasco da Gama auf Weltreise, trotz Problemen
Nicko Cruises bringt den Weltreisekatalog 2027/28 der Vasco da Gama "in einem schwierigen Umfeld auf den Markt", sagt Guido Laukamp. Kriegsauswirkungen, Umroutungen und technische Probleme haben laut Nicko-Chef das Jahr 2026 geprägt. Dennoch soll das Schiff ab 16. Juli wieder ab Kiel fahren.
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Nicko Cruises stellt den Weltreisekatalog 2027/28 der Vasco da Gama vor, während sich das Schiff noch außerplanmäßig in der Werft im französischen Brest befindet. Der Veranstalter bedauere die zuletzt getätigten Absagen sehr, jedoch hätten Generatoren für den dieselelektrischen Antrieb auf Herz und Nieren geprüft werden müssen, das brauche Zeit. Die Situation sei komplex, auch wegen des Alters des Schiffes von 30 Jahren.
Deshalb habe sich das Unternehmen für Vorsicht entschieden und die Reise ab 2. Juli abgesagt. Diese Phase der Reparatur sei nun beendet. Laut Laukamp liegen die Gutachten vor, das Schiff sei bis in den letzten Winkel überprüft worden und man habe zusätzliche Zeitpuffer zur Inbetriebnahme eingebaut. Deshalb stehe fest, dass die nächste Abfahrt am 16. Juli ab Kiel starten soll.
Schwieriges Jahr
2026 war für Nicko bislang von mehreren Belastungen geprägt. Neben den Technikproblemen musste die Weltreise für das erste und zweite Quartal umgebucht werden. Es habe große direkte Kriegseffekte auf Kreuzfahrten und damit auf Nicko gegeben. Zwischen 30.000 und 40.000 Passagiere seien betroffen gewesen, alles sei zurückerstattet worden.
Weltreise bleibt wichtiges Signal
Wegen insgesamt zehn Wochen Ausfall der Vasco da Gama wird die Saison 2026 "das Vorjahr sicher nicht toppen", so Laukamp. Die Zwangspause sei ein Schlag ins Kontor gewesen. Zugleich verweist Laukamp auf das robuste Flussgeschäft, das dem Unternehmen helfe, profitabel zu bleiben.
Für 2027 sieht Nicko erste positive Signale. Es gebe bereits Vorabbuchungen für den Sommer, und auch für die Weltreise 2027/28 lägen schon Vormerkungen vor. Die Preissteigerungen im neuen Katalog blieben zwischen vier und fünf Prozent nach Unternehmensangaben "sehr maßvoll", obwohl Produktkosten, Personalkosten und Gebühren in den Destinationen gestiegen seien.
Große und kleine Weltreise im Programm
Herzstück des neuen Katalogs ist die große Weltreise über 172 Tage. Sie führt vom 4. November 2027 bis 24. April 2028 von Lissabon nach Lissabon. Daneben bietet Nicko eine kleinere Weltreise über 125 Tage von Panama-Stadt bis Lissabon an, die ebenfalls am 24. April 2028 endet.
Die große Route ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Zunächst geht es von Lissabon über Azoren, Kanaren und Kapverden in die Karibik bis Fort-de-France auf Martinique. Danach folgt ein 14-tägiger Karibikabschnitt bis in die Dominikanische Republik mit Stopps unter anderem auf St. Lucia, Dominica, Antigua, Barbuda, St. Kitts und Nevis sowie St. Martin.
Von Panama in die Südsee bis nach Afrika
Im nächsten Abschnitt führt die Reise weiter nach Panama-Stadt. Einer der Höhepunkte ist die Tagespassage durch den Panamakanal. Auf dem Weg liegen unter anderem Jamaika, die Cayman Islands, Belize, Roatán, Cartagena sowie Ziele in Costa Rica.
Über Weihnachten und den Jahreswechsel ist die Vasco zwischen Panama und Tahiti unterwegs. Vorgesehen sind Stationen in Mittelamerika, Guatemala und Mexiko. Erstmals steht dabei auch Baja California auf dem Plan, zur Zeit der Walsaison. Später folgen die Marquesas und weitere Südseeziele. Von Papeete geht es im Januar 2028 weiter tief in die Südsee mit Stationen wie Moorea, Bora Bora, den Cook-Inseln, Tonga und Fidschi bis nach Sydney. Danach folgt ein Abschnitt von Australiens Ostküste über Darwin, Timor, Komodo, Bali und Java bis Jakarta.
Indischer Ozean und Afrika zum Abschluss
Ab Jakarta nimmt die Vasco da Gama Kurs auf Malaysia, Trauminseln im Indischen Ozean, die Seychellen, Sansibar und Mombasa. Danach folgen die Komoren, Madagaskar, Mauritius, La Réunion und Durban. Zum Abschluss führt die Route von Südafrika über Namibia zurück nach Lissabon.
"USA nicht gefragt bei unseren Kunden"
Nicht im Programm der Weltreise vertreten sind die USA. Dafür sieht Nicko nach eigener Aussage derzeit keine ausreichende Nachfrage. Das gelte leider auch für das Flussprogramm in den Vereinigten Staaten, sagt Laukamp. Stattdessen setze die Reederei auf Karibik, Südsee, Australien, Asien, den Indischen Ozean und Afrika. Nach Monaten voller Umroutungen, Kriegseffekte und Reparaturen solle die Weltreise auch ein Signal dafür sein, dass die Vasco da Gama das Flaggschiff des Hochseeprogramms bleibe, so der Ausblick des Nicko-Chefs.
Sabine Schreiber-Berger
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