27. März 2026 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Welche Reedereien planen jetzt Treibstoffkostenzuschläge?

Der Iran-Krieg erhöht nicht nur Benzin- und Dieselkosten für Autofahrer. Auch die Kreuzfahrtreedereien, egal ob sie nun mit Schweröl, Marinediesel oder LNG ihre Schiffe betanken, kämpfen mit den Teuerungen. Erste Anbieter gehen dazu über, diese Kosten an die Kunden weiterzugeben. Andere halten sich noch zurück.

Höhere Kosten in Folge des Iran-Krieges erreichen auch den Kreuzfahrtbereich

Anzeige
Hurtigruten HX

Mit HX Expeditions die faszinierende Arktis erkunden

Seit 130 Jahren bietet HX Expeditions eiskalte Abenteuer in den arktischen Gewässern rund um Norwegen, Spitzbergen, Island und Grönland. Ob Inselumrundung oder Nordlicht-Versprechen, die Auswahl kann kann gezielt individuell getroffen werden. Das diesjährige Jubiläum möchte HX ganz besonders feiern. Counter vor9

Aida Cruises verkauft die Reisen bis 2028 zu festen Preisen, die auch nachträglich nicht erhöht werden. Wenn es auch mittel- und langfristig zu deutlich höheren Kraftstoff- und Energiepreisen kommt, wird sich das in der Zukunft in den Preiskalkulationen auswirken. Allerdings sind Energiekosten nur ein Bestandteil der Kosten bei Kreuzfahrten.

A-Rosa Flussschiff hat als eine der ersten Reedereien auf der Website bekannt gegeben, dass sie einen Energiekostenzuschlag auf alle Neubuchungen für 2026 erheben, basierend auf den AGB. Der Zuschlag in Höhe von neun Euro pro Person und Tag ist bereits im Reisepreis enthalten und wird in der Rechnung ausgewiesen. Zudem weist A-Rosa an mehreren Stellen im Buchungsprozess darauf hin. Reisebüros erhalten eine Provision auf den Zuschlag.

Costa Kreuzfahrten nimmt auf Anfrage wie folgt Stellung: "Wir haben keine Pläne, unser derzeitiges Preismodell zu ändern. Kreuzfahrten bieten weiterhin ein außergewöhnlich hohes Preis-Leistungs-Verhältnis, mit einem Vorteil von 20 bis 45 Prozent gegenüber vergleichbaren Urlauben an Land."

Havila Voyages erhebt aktuell auf bereits gebuchte Reisen keinen Treibstoffkostenzuschlag und beobachtet die Entwicklung. Bei anhaltend hohen Energiekosten wird es laut der Reederei aber zu erhöhten Ticketpreisen kommen, nicht nur wegen der Treibstoffkosten, sondern auch, weil sich das verteuerte Öl auch auf weitere Ressourcen und deren Kosten auswirken wird. "Für zukünftige Verkäufe passen wir die Preise nach Bedarf an, um unsere Margen zu sichern, unter Berücksichtigung der Gesamtpreisstrategie", heißt es aus der Firmenzentrale in Fosnavag. Für die norwegische Reederei gilt eine Besonderheit: Der Regierungsvertrag der Postschifflinie beinhaltet einen Mechanismus zur Anpassung der Treibstoffpreise, der einen großen Teil der Treibstoffkosten absichert. Diese Anpassung ist Teil der jährlichen Indexierung der Vergütung, die Havila von der Regierung erhält, und wirkt mit einer Verzögerung von ein bis zwei Jahren.

MSC Cruises nimmt derzeit nicht Stellung zu Energiekostenzuschlägen.

Nicko Cruises plant aktuell keinen Zuschlag. Allerdings: In der Vergangenheit gab es schon Situationen, bei denen Treibstoffzuschläge erhoben wurden und anteilige Mehrkosten des Treibstoffs an Gäste als Treibstoffzuschlag belastet wurden. Ob das nun auch in diesem Fall so sein werde, stehe noch nicht fest, heißt es von Seiten des Veranstalters. Nicko Cruises hat die Schiffe gechartert, das heißt also, dass zunächst die Reederei für die Treibstoffkosten aufkommen muss.

NCL nimmt zu der Frage aktuell keine Stellung.

Plantours Kreuzfahrten wird einen anteiligen Energiekostenzuschlag erheben. Er beläuft sich für Hochseekreuzfahrten mit der Hamburg auf 15 Euro pro Person und Tag, bei Flusskreuzfahrten auf 7 Euro pro Person und Tag. Der Zuschlag wird für Reisebüros mit 5 Prozent verprovisioniert.

TUI Cruises kann höhere Treibstoffkosten durch Termingeschäfte in Teilen abfedern. Ein wesentlicher Teil des Bedarfs ist für das laufende Jahr bereits im Voraus abgesichert. Weiter heißt es bei der Hamburger Reederei: "Grundsätzlich prüfen wir unsere Preisgestaltung und Kostenentwicklung fortlaufend im Rahmen unserer regulären Planung. Konkrete Maßnahmen oder Anpassungen bewerten wir situationsabhängig und zum gegebenen Zeitpunkt."

Hurtigruten, Phoenix Reisen und HX Expeditions haben sich zu einer Anfrage bislang nicht geäußert.

Magdalena Laßmann

Kommentieren und folgen Sie Reise vor9 auf Linkedin

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.